Mittwoch, 8. August 2012

Klassensprecherwahl

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Beliebtheit sollte kein Maßstab für die Wahl von Politikern sein. Wenn es auf die Popularität ankäme, säßen Donald Duck und die Muppets längst im Senat.

Orson Welles

Heute morgen bin ich mit einer Supernachricht aufgewacht, die aus dem Radio ertönte. Berliner Beamte sollen ab dem 1. August mehr Gehalt bekommen. Laune gleich im Keller. Wenn bereits existierende Beamte mehr Geld bekommen sollen, dann ist doch das Geld da?! Warum kann man dann uns Junglehrer nicht endlich mal verbeamten und uns mit den anderen Kollegen im Lehrerzimmer gleichstellen? Lehrer, die aus einem anderen Bundesland als Beamte nach Berlin kommen, werden ja auch weiterhin mit allen Privilegien versehen! Also gleich morgens Laune im Keller.

Im Klassenraum angekommen, merke ich, dass es auch anderen Schülern wie mir gehen muss. Irgendwas stimmt da nicht. Viele hängen lustlos in ihren Stühlen. Die haben wahrscheinlich andere Nachrichten heute morgen gehört. Die Schulzeit soll um ein Jahr verlängert werden oder so.
"Efkan, was ist denn los?"
- "Mrs. Johnson, ich faste. Können wir heute Schule ausfallen lassen?"
"Du fastest??"
- "Ja, Mrs. Johnson. Ramadan, noch halbe Monat."
"Ah, stimmt ja. Aber gestern warst du doch noch ganz munter und ihr fastet doch schon eine Weile?!"
- "Ja, aber gestern war zweiter Schultag. Noch gechillt. Und jetzt arbeiten? Nee ey."
"Leider doch. Auch du musst jetzt einen Stift und Papier auf deinem Tisch haben." Efkan verzieht das Gesicht und bewegt sich im Sekundentempo zu seiner Tasche, um sein Zeug zu holen. Das kann ja heiter werden.
"Wer möchte den ersten Absatz lesen?"
"Bitte nicht so viele auf einmal! Abdul?"
- "Nee..."
"Komm Abdul, es ist nur ein Absatz."
- "Mrs. Johnson, ich faste..."
"Leute, das Fasten kann doch nicht Ausrede für alles sein! Ihr geht nun mal in dieser Zeit zur Schule und da müsst ihr volle Leistung bringen!"
Auch Önder fastet und muss uns seine Meinung mitteilen.
- "Mrs. Johnson ich schwöre auf alles, ist übertrieben schwer. Aber ist nur Phase, is bald zu Ende."
"Das glaube ich, dass es schwer ist. Dennoch, wir müssen hier weiterkommen." Die Fasten-Ausrede habe ich dann noch mehrere Male während dieser Stunde gehört, irgendwie haben wir den Text aber doch bis zum Ende gekriegt. Viel zu langsam, aber immerhin. Wollen wir uns mal nicht beschweren, schließlich hatte jeder den Text dabei.
- "Mrs. Johnson, ich schwör, Sie haben's drauf."
"Ah ja?"
- "Ja, wie Sie uns immer zwingen, Sachen zu machen und wir machen die."
"Was quatschst du da?"
- "Wir wollen ja nicht lesen, schreiben und arbeiten und so. Und dann zwingen Sie uns und wir machen es. Wie machen Sie das??" Gute Frage, wenn es immer funktionieren würde, würde ich "das Rezept" sofort an alle anderen Lehrer verkaufen, würde reich werden und müste nicht mehr arbeiten!

"So Leute, nachdem ihr nun hart gearbeitet habt, müssen wir uns einigen organisatorischen Dingen widmen. Auch unsere Klasse braucht Klassensprecher und die müssen jetzt gewählt werden."
- "Uuuuh wichtig, ich werde!" Gerade noch hing Abdul halbtot im Stuhl. Jetzt springt er durch die Klasse und ernennt sich schon mal selbst zum Klassensprecher.
"Abdul, wir wählen einen Klassensprecher und nicht du bestimmst, wer es sein wird. Es heißt KlassensprecherWAHL." Wir besprechen, welche Eigenschaften der Klassensprecher haben und welche Aufgaben er übernehmen muss. Die, die sich zur Wahl stellen wollen, werden immer weniger.
- "Ey wählt mich ma! Ihr kriegt alle Döner und ich werde miesnett sein!" Abdul ist rot vor Aufregung und ich muss befürchten, dass er sich heute nicht mehr beruhigen wird.
- "Setz dich hin, du Opfer, gar nix wähl ich dich. Ich will werden. Aber Mrs. Johnson, ich will irgendwie bestimmen und nix zu tun haben mit Verantwortung und so. Was das Verantwortung? Welcher Knecht hat die erfunden? In der Grundschule da hab ich so Eimer mit voll eckligen Sachen umgeworfen und die Lehrerin war üüüübertrieben sauer, ich dacht, die schlägt mich. Ich schwör auf Koran, ich dacht, die schlägt mich. Ich hätt die so angezeigt!"
"Önder, komm zum Punkt! Ist deine Geschichte aus der Grundschule irgendwann zu Ende?"
- "Aller Mrs. Johnson, unterbrechen Sie mich ma nicht. Ist unhöflich. Sie wollte, dass ich diese Kotze da aufräume. Is die hässlich, denkt die, ich fass das an! Gar nix mach ich."
"Oooook und was hat das Ganze mit der Klassensprechenwahl zu tun?"
- "Die, also meine Lehrerin, die hat dann unseren Klassensprecher auswendig gemacht."
"Ausfindig gemacht."
- "Ja meine ich doch, auswendig gemacht. Und der musste mit mir dann reden und so..." Wie kann man so viel Energie für's Reden und gleichzeitig Bewegen aufbringen, wenn man nichts trinken und essen darf?
"Ok Önder, krasse Geschichte. Ich schlage vor, du setzt dich wieder hin und wir fahren mit der Wahl fort." Önder setzt sich. Doch nicht so viel Energie.

Wir wählen also. Abdul schreit immer wieder, wie schrecklich aufgeregt er ist. Melina entscheidet in letzter Sekunde, dass sie sich auch zur Wahl stellen will. Can fragt fünf Mal, wie viele Namen er auf den Zettel schreiben kann, Antonio erörtert, was er alles als Klassensprecher verändern möchte, Abdul rennt durch die Klasse und möchte uns allen mitteilen, wie schrecklich aufgeregt er ist. Önder erläutert, warum Klassensprecher zu haben "ohne Sinn" ist, Mirko diskutiert mit Önder und sagt, dass Klassensprecher "voll mit Sinn" ist. Und ich versuche, die Wahl endlich abzuschließen. Im Endeffekt haben wir 14 Zettel mit Namen. Jeweils einem Namen, das hätte wir geschafft. Leider sind heute nur 11 Schüler da. Wahl manipuliert! Skandal! Uns passt das Ergebnis und wir wollen auf keinen Fall ein zweites Mal wählen. Wirklich auf keinen Fall. Schließlich haben wir heute noch andere Dinge auf dem Programm. Antonio und Mandy sind Klassensprecher geworden. Önder beschwert sich lauthals, dass die Wahl ungültig ist und wir noch mal wählen müssen. Abdul beschwert sich ebenfalls. 
- "Ich hatte voll die Chancen zu gewinnen. Was habt ihr gemacht, könnt ihr nicht wählen?? Voll die ehrenlosen Kinder! Nächstes Mal werde ich so ein King sein, da werdet ihr mich auf Knien bitten, dass ich euch erlaube, mich zu wählen!" Nächstes Mal...

Dienstag, 7. August 2012

Was kostet gutes Leben?


"Und wie viel kostet das Gratiswochenende?"
Homer Simpson

Das gibt's doch nicht! Ich bin wieder müde. Ich hasse das, versuche mich zu wehren. Alles hoffnungslos. Egal, wie man es dreht. Ich bin wieder müde und habe schon jetzt vergessen, wie man das Wort 'Ferien' buchstabiert. Die Kiddies waren heute aber echt anstrengend. Schon am zweiten Tag, na super. Abdul versuchte ständig seine DimSum-Nudeln zu verspeisen. Zu dumm, dass die Packung knirscht und die Tat sofort aufgefallen ist. Önder hat ohne Ende (und ich meine wirklich ohne Ende) geredet. Zwischendurch mal auf den Koran, mal auf seine Mutter geschworen. Dafür hat Can das Reden schlicht und einfach verweigert.
"Can, hast du einen Berufswunsch?" Schweigen.
"Can?" Schweigen.
- "Junge, sag doch schon. Red mal, was mit dir los? Ich schwör auf meine Mutter, der Junge is nicht normal."
"Önder! Ich kann mich nicht erinnern, dich gefragt zu haben. Can, wolltest du nicht in den Einzelhandel?"
Schweigen.
- "Dann nicht! Ich sag nie wieder was." Önder ist zu tiefst beleidigt. Zum Glück. Mal gucken, wie lange es anhält.
"Caaan. Ja oder nein reicht doch schon mal als Antwort."
- "Ich mag nicht reden." Ich bin etwas perplex. Wo ist der Can, der letztes Jahr in meiner Klasse war? Der Can, der geredet, geschrien und gesungen hat? Und das gleichzeitig.
"Was ist passiert?"
- "Nix."
"Und warum sprichst du heute nicht?" Ich gebe es zu, ist nicht die beste Methode, einen Schüler in solch einer Situation vor der gesamten Mannschaft anzusprechen.
- "Weil." Ok, wir reden nachher.

Mandy und Nafisa dachten den ganzen Tag über, sie wären in Kunst und bemalten gegenseitig ihre Arme. Mandy beklagte sich außerdem über die Arbeitsblätter.
- "Maaaaaan, Mrs. Johnson. Is nicht so, dass ich faul bin. Ich versteh diese Fragen nicht. Was wollen Sie denn von mir??"
"Ich möchte, dass du den Text liest. Das würde schon reichen. Dann kannst du auch die Fragen beantworten!"
- "Maaaan Mrs. Johnson,  aber ich hab sooo schlecht geschlafen. Und jetzt hab ich so Kopfschmerz, wissen Sie. Und mein Rücken, wissen Sie?"
"Jetzt aber nicht, mit der Tour anfangen!"
- "Was?"
"Nix. Nimm den Text und fang an zu lesen!"
- "Maaaaan..."

Dann entwickelte sich eine Diskussion, bei der plötzlich alle wach wurden. Sogar Efkan guckte hoch.
- "Mrs. Johnson, ich bin ja ein Junge."
"Das sehe ich genauso, Antonio."
- "Kann ich als Junge auch Kosmetiker werden oder wie das heißt? Obermies, immer so hübsche Frauen liegen vor einem."
"Bestimmt kannst du den Beruf erlernen, wenn dich der Bereich interessiert. Ich wüsste jetzt nicht, warum es nicht gehen sollte."
- "Aber verdient man nicht so viel, wa? Reicht, um gut zu leben?"
"Es kommt drauf an, was für dich ein gutes Leben bedeutet?! Einer sagt, 1000€ im Monat ist ein Traum, der andere wird drüber lachen."
- "Wallah? 1000 €??"
"Ich weiß nicht auswendig, was man in der Kosmetikbranche verdient. Ich wollte nur damit sagen, dass jeder andere Bedürfnisse hat!" Auch Mirko stimmt mir zu.
- "Was willst du denn? Du kannst doch in so ner übertriebenen Luxusvilla wohnen. Mit Wald undso. Oder vor Lidl schlafen, da bei Einkaufswagen. Kannst so auch gut leben."
Jetzt ist auch Abdul beim Gespräch dabei. - "Ich schwör Ihnen, Mrs. Johnson. Meine Chefin da ist vooooll die Geize, die will mir nix zahlen! Darf die das??"
"Das muss sie sogar. Ihr macht ja in den Betrieben nur ein Praktikum und das wird in der Regel nicht bezahlt."
- "Abdul, alta, ich schwör, was beschwerst du dich denn? Du bist doch Araber! Machst 20 Kinder und dann kannst du leben vom Kindergeld, wie ein König!" Abdul fühlt sich wohl eher geehrt, als angegriffen.
- "Was 20 Kinder? Ich mach die locker, aber von Kindergeld kannst du doch nicht leben, wie du willst!" Die Gedanken gehen schon mal nicht in die verkehrte Richtung. Abdul fährt fort.
- "Aber Mrs. Johnson, ich weiß, wie wir gut leben können. Lassen Sie ma hier Plasmafernseher und Play Station kaufen. Mit Play Station kann man mies lernen."
"Ja genau, sehr gut Idee! Lasst uns noch paar Masseure einstellen, Betten im Klassenraum aufstellen und uns jeden Tag Essen liefern lassen!"
- "Wallah?"
"Wallah!"
- "Mrs. Johnson! Haben Sie gerade 'wallah' gesagt??"

Montag, 6. August 2012

In sechs Wochen um die Welt


"Die Welt ist ein Buch. Wer nie reist, sieht nur eine Seite davon."
Aurelius Augustinus

Neues Jahr, neues Glück. Alles total aufregend. Neue Klasse, neue Gesichter, alte Sprüche. Es sind zwar nur sechs Wochen vergangen, aber irgendwie erscheinen sie alle größer.
Hoffentlich auch vernünftiger. Das erste Anzeichen dafür kam gleich morgens früh. Alle waren pünktlich. Alle. Nur Isabel fehlte, aber entschuldigt. Sofort schreit Önder: -"Mrs. Johnson, die schwänzt bestimmt, die ist noch Türkei."
"Nein, Isabel ist entschuldigt."
- "Önder, du Spasst, die ist doch gar nicht Türke, was soll die Türkei fahren?" Mirko grinst über beide Ohren, als hätte er gerade etwas weltbewegendes ausgesprochen.
- "Aaaaler, dein Earny? (von Ernst) Meinst du, in deine Scheißland fahren nur Mazedoniker? Du kannst doch heute fahren, wo du willst! Kein Plan, ey..."
"Jungs, beruhigt euch, Isabel fehlt entschuldigt. Wie ich bereits erwähnte, übrigens." Beide rollen mit den Augen. In diesem Moment schaltet sich Jannes ein.
- "Also, Mrs. Johnson, ich würd das noch mal prüfen. Man weiß nie, was die Schüler heutzutage so machen!"
"Danke für diesen hilfreichen Tipp, werde ich unbedingt machen."
- "Gerne doch. Soll ich Ihnen was abnehmen, Tür aufhalten, helfen oder so?" Der Schleim tropft schon von der Unterlippe.
"Es wäre sehr hilfreich..." Ich kann den Satz nicht zu Ende führen, denn Jannes steht mit großen Augen und aufgerissenem Mund vor mir. - "Ja? Was soll ich machen?"
"Es wäre sehr hilfreich, wenn du dich einfach hinsetzt und was zum Schreiben rausnimmst."
- "Oh man..." Paar Sekunden vergehen, Jannes rührt sich nicht.
"Stift? Papier? Irgendwas?"
- "Keine Panik, hab mich um alles gekümmert. Timm hat alles für mich mit." Diesmal bin ich es, die mit den Augen rollt. Fängt ja gut an.
- "Mrs. Johnson, nur dass Sie wissen. Weil wir ja alle neu sind. Timm mit zwei 'M' am Ende."
"Habe ich schon auf der Liste gesehen!"
- "Ja, weiß ich mit der Liste. Aber nicht vergessen, ja?"
"Ja und du schleppst nichts mehr für Jannes, ok? Er soll sein eigenes Zeug mitbringen, ja?"
- "Ja." So funktioniert geben und nehmen eben.

Önder war die Redepause wohl schon zu viel.
- "Mrs. Johnson, waren Sie auch Urlaub?"
"Ja!"
- "Waren Sie auch Türkei?"
"Warum auch? Warst du in der Türkei in den Sommerferien?"
- "Nein man, ich war irgendwo in Deutschland. Meine Mutter hat mich gezwungen. Mies langweilig. Ich schwör auf alles, ich wollt wieder Schule haben!"
"Das freut mich ja zu hören. Also, warum 'auch' Türkei?"
- "Na, weil Isabel auch Türkei ist."
"Sie fehlt entschuldigt!!!"
- "Ah so ja. Vergessen."
"So jung und schon so vergesslich? Hoffentlich vergisst du nicht, was du dir letztes Jahr vorgenommen hast! Wird dieses Jahr besser als das letzte?"
- "Inshallah." Das hätten wir also auch geklärt. Bleibt nur noch eins.
"Mrs. Johnson, Sie haben immer noch nicht gesagt, wo Sie Urlaub waren! In Ihre Heimatland?"
"Nein."
- "Frankreich?"
"Nein."
- "Amerika?"
"Nein."
- "Aaaaaler, was gibt's denn noch?" Ok... morgen lernen wir erst einmal die Weltkarte auswendig.
- "Bist du dumm Junge? Such dir Hobbies! Es gibt noch Tausendmillionenfünfzig andere Länder! Waren Sie in Equador, Australien, China, England, Libanon, Kosovo, Serbien, Malta?" Nicht schlecht, Antonio...
"Nö."
- "Eyyyy, sagen Sie ma! Voll unfair sind Sie. Haben Sie Mondreise gemacht???"

Schön, wieder hier zu sein. Mitten im Leben.




Samstag, 4. August 2012

Voraufregung, Vorerwartungen und Vorfreude


"Das worauf es im Leben am meisten ankommt, können wir nicht voraussehen. Die schönste Freude erlebt man immer da, wo man sie am wenigsten erwartet hat. "
Antoine de Saint-Exupéry

Noch zweimal schlafen, dann beginnt die Schule wieder. Einige werden jetzt denken, spinnt die Alte, freut die sich wirklich wieder auf die Schule? Und das nach dem letzten Jahr?? Ich freue mich tatsächlich. Wäre ja auch traurig, wenn man sich nach sechs Wochen schulfrei nicht wenigstens bisschen freuen würde. Die Vorfreude hat auch etwas mit den Neuigkeiten und Änderungen zu tun, die mich nächstes Schuljahr erwarten. Und das sind einige.
Nach zwei seeehr - naja, sagen wir mal - abenteurlichen Jahren habe ich meine Klasse abgegeben, um bei einem anderen Projekt mitzumachen. Und ja, es ist mir unheimlich schwer gefallen und ich habe wirklich lange überlegt, ob ich es mache. Jeden Tag geballte Herausforderung und unheimlich viel Mühe, die ich da reingesteckt habe. Genau das war der springende Punkt. Wer zwei Jahre lang so viel in eine Sache investiert und den Haufen zu einer Gruppe umformt, kann sich nur schwer verabschieden. Trotz mehrer Nervenzusammenbrüche, wachsen die Mäuse einem ja doch ans Herz. Jedenfalls lange hin und her überlegt und dann doch entschieden, eine Praxisklasse zu übernehmen. Reine Hauptschulklasse, wenn man so will. Das sind Schüler, die gar nicht mehr wollen oder können oder beides. Aus welchem Grund auch immer. Die größten Chaoten. Gerne bezeichnet man diese auch als 'schulmüde'. Die Woche in dieser Klasse teilt sich in zwei. Die eine Hälfte lernen die Kiddies in der Schule, während der anderen Hälfte machen sie ein Praktikum. Und das nicht nur drei Wochen am Stück, wie sonst, sondern eben ein ganzes Schuljahr. Oft sind es auch Schüler, die eben praktischer besser arbeiten können, als theoretischen Kram zu lernen, in dem sie sowieso keinen Sinn sehen. Wer meine Geschichten verfolgt hat, weiß, welchen Schulalltag wir letztes Jahr zu meistern hatten. Einige der Kiddies aus den 8. Klassen, die unheimliche (schulische) Schwierigkeiten haben, entschieden sich für das Angebot, ihren Abschluss auf einem anderen Weg zu holen. So hatten wir irgendwann unsere zukünftige 9. Praxisklasse hatten. Einige, die auch eine Abwechslung bräuchten, haben sich nicht mal die Mühe gemacht, Interesse zu zeigen und blieben in der 'normalen' Klasse. Wer nicht will, der hat schon. Wir zwingen ja keinen. Endlich mal ein gescheites Model! Ist wahrscheinlich zu früh gefreut, weil ich es selbst noch nicht ausprobiert habe, aber es sieht sehr vielversprechend aus und funktioniert ja! Zumindest viel versprechender, als alle in einen 26starken Haufen zu schmeißen und schauen, was draus wird. Wird nicht ganz einfach bei der Sammlung an Kandidaten, aber es sind immer nur ca. 15 Schüler (viel bessere Förderung möglich!) und man ist immer zu zweit in der Klasse.
In meiner alten Klasse, die nun eine neue Klassenleitung bekommt, unterrichte ich trotzdem noch paar Stunden. Ganz wollte ich auf sie dann doch nicht verzichten. Aus der Klasse sind also auch ein paar Schüler bei dem Projekt dabei. Die haben sich über ihre alte neue Klassenlehrerin gefreut, die anderen, die in der 'normalen' Klasse bleiben, eher weniger. Ich gebe zu, die Reaktionen auf die Nachricht gingen runter wie Öl. In solchen Momenten lohnt sich das alles. Alle wussten also schon vor den Ferien Bescheid. Ich habe die alte Klasse verlassen und nichts von ihr zum Abschied bekommen. Klar, ich bleibe an der Schule und man soll nichts erwarten, aber irgendwie erwartet man doch etwas, nachdem man zwei Jahre lang gekämpft und vieles aufgebaut hat. :-( Sogar von einer 10. Klasse habe ich Blümchen bekommen und von meiner eigenen nicht. Aber wahrscheinlich kommt es nicht auf Blumen, Pralinen und ähnliches an, sondern auf die Dinge zwischendurch. Wahrscheinlich.

Es wird also spannend nächstes Jahr. Und die sechs Wochen Ferien sind verflogen, als hätte es sie nicht gegeben. Ganz schülerfrei waren die Ferien natürlich nicht. Gleich am ersten Ferientag bekam ich eine SMS von Betül. - "Mrs. Johnson, haben Sie Umut gesagt, der soll nicht neben mich sitzen, weil ich dumm bin undso? Is schlecht für dem Umut?" Ja Betül, genauso habe ich es gesagt! Du bist dumm undso. Ich sagte zu Umut, dass er und Betül zu viel gequatscht haben und lieber nicht nebeneinander sitzen sollen. So entstehen Gerüchte...
Von Umut bekam ich zwei  Wochen später eine SMS, in der er mir weiterhin schöne Ferien wünschte. Sehr lieb, wirklich! Aber, wieso heulen die Schüler während der Schulzeit, dass sie zu viel arbeiten müssen und dass Schule scheiße ist und denken in den Ferien an die Lehrer und somit auch irgendwie an die Schule? Ich persönlich habe  als Schülerin alles, was mit Schule zu tun hat, in den Ferien ausgeblendet. Leider ist vielen meiner Schüler in den Ferien echt langweilig und der einzige Lebensinhalt ist eben die Schule. Neben dem Fernseher und unter Umständen einer Play Station natürlich.
Gülcan wollte, dass ich ihr paar Fotos vom Praktikum schicke. Jannes (kommt in die neue Klasse) hat mich bei Facebook zu einer Party eingeladen. Als Nachricht bekam ich dann:
- "Bock auf Party, Mrs. Johnson?" Und Ambros aus der ehemaligen 10. auch. Zu seinem 17. Geburtstag. Süß. Jannes kriegt am Montag den Kopf gewaschen, Ambros kann man nichts mehr sagen. Und dann natürlich mehrere Fragen zum nächsten Schuljahr.
- "Wo soll ich Praktikum machen?"
- "Fängt schon Montag an?" (Mehrmals vor den Ferien erklärt, dass es mit dem Arbeiten erst paar Wochen später losgeht.)
- "Muss ich echt sechs Stunden am Tag da sein? Reicht nicht 3?"
- "Kann ich bei Dönerbude von mein Onkel, seinem Cousin Praktikum machen? Krieg ich Geld da?"
- "Ich brauch Zettel, dem alle gekriegt haben, ich schwör, ich hab dem nicht bekommen!"
- "Ich hab schon Praktikum, krieg ich gute Note?"
Fortsetzung folgt... Und ja, es wird spannend, seeehr spannend.

Zum Schluss heute möchte ich mich etwas auskotzen. Darüber, dass man sich immer wieder rechtfertigen muss, dass man Lehrer geworden ist und dass wir soooo viele Ferien haben.
- "Sechs Wochen Ferien hast du?? Was soll ich da, mit meinen 28 Tagen sagen?"
- "Wie, wenn du zurück aus dem Urlaub kommst, hast du noch vier Wochen frei? Ich hasse dich!"
- "Arbeitet ihr auch mal?"
- "Also für diese geringe Arbeitszeit, müsste eigentlich jeder Lehrer immer perfekten Unterricht vorbereiten! Der Unterricht bei mir in der Schule war immer scheiße!"
- "Und die ganzen sechs Wochen kriegt ihr bezahlt??"
- "Und sieben Wochen später habt ihr wieder Ferien?? Dein Leben will ich haben!"
Boooah, nervt das! Als ich genau das nach der 50sten Bemerkung zum Ausdruck brachte, nicht so nett zum Ausdruck brachte, hörte ich: - "Du redest ja schon, wie deine Schüler!" Der Beruf färbt eindeutig ab.
An alle da draußen, die auch schon mal das oder etwas Ähnliches von sich gegeben haben: Wenn ihr euch nicht bewusst für den Lehrerberuf entschieden habt, dann nein, ihr wollt mein Leben nicht haben! Und wenn jemand daran zweifelt, kann er g erne vorbeikommen! Jeder von euch hätte ja auch mal Lehrer werden können. Wieso habt ihr denn Job denn nicht gewählt, wenn er doch so viele Vorteile bittet?! Komisch!

Für heute war's das von mir. Prost auf das neue Schuljahr! Möge es nicht so nervenaufreibend werden, wie das alte, Spaß machen und uns alle voranbringen.

Dienstag, 19. Juni 2012

Sechs Wochen cüslanfrei


"Ich fühle mich wie ein Zwanzigjähriger- nur mit mehr Erfahrung."

Giovanni Trappatoni

Ich könnte schwören, dass die Luft sich heute viel frischer anfühlt, die Bäume viel grüner aussehen und die Menschen viel besser drauf sind, als gestern. Es sind Ferien! Hach, hört sich das Wort schön an. Und wie es sich anfühlt. Herrlich! Ich fühle mich plötzlich Jahre jünger. Man wartet, flucht, kriegt paar Zusammenbrüche, wartet dann noch mehr und dann plötzlich sind sie da. Sechs Wochen. Ohne Dejan, Fatih, Betül und allen anderen. Ohne Wallah, Cüslan und Schwören auf Mutterkoranundmeinleben. Sogar der Stress der beiden letzten Tage ist verflogen. Und die Müdigkeit auch. So einfach.

Ja, die beiden letzten Tage... waren anstrengend, witzig, traurig, emotional, aufregend, spannend und schön. So wie das ganze Schuljahr. Ich glaube, ich habe das schon an irgendeiner Stelle gesagt, ich sage es aber gerne immer wieder. Schulalltag ist besser als jede Soap-Opera, so viele Gefühle und Geschichten findet man nirgendwo sonst.
Wir haben ja ursprünglich geplant, zu grillen. Am Wochenende bekam ich jedoch gaaaanz viele Nachrichten bei FB und in der Gruppe "Grillen und Chillen" wurde auch heftig diskutiert.
Wetter und so. Wird wahrscheinlich regnen. Betül schrieb: "Aller, meine Hose wird nass, auf Gras sitzen, yaaa??" Hin und her, hin und her. Schließlich entschieden wir uns statt zu grillen und zu chillen, ins Kino zu gehen. Joaaa, Kino erschien zuerst nicht ganz ungefährlich. Diesmal saßen auch andere Menschen mit im Saal, das heißt für den Lehrer, doppelt aufpassen, damit die anderen sich nicht belästigt fühlt. Ich weiß nicht wie es kam, aber plötzlich hatte Tuncer drei Papiertüten in der Hand. Und eher ich nach diesen Dingern greifen konnte, hatte er eine nach der anderen mit einer Windgeschwindigkeit aufgeblassen. Das wäre ja nicht sooo schlimm gewesen. Das Schlimme folgte. Die Tüten wurden mit einem lauten Knall kaputt gemacht. Eine nach der anderen. Die Mädchen vor ihm schrien auf. Alle auf einmal. Dreimal hintereinander. Ich habe versucht, im Boden zu versinken. Leider wollte es nicht klappen. Also blieb ich in dem Kinosaal sitzen und versuchte flüsternd Tuncer zur Vernunft zu bewegen. Nach dem Film blieb er sitzen und wartete auf mich.
- "Ey, Mrs. Johnson, wieso haben Sie die ganze Zeit so mit Händen bewegt? Wollten Sie mir was sagen??"

Heute war die Stimmung schwierig. Alle warteten auf das Zeugnis. Die Hälfte hat nichts für das gemeinsame Frühstück mitgebracht, obwohl die Verabredung fest bestand. Fatih, der auch nichts mitgebracht hat, nahm einen übervollen Teller und kommentierte dazu: - "Egal, ich ess trotzdem alles weg." Dem war dann auch so.
Zum Aufräumen nach dem Frühstück erklärten sich dieselben wie immer. Die, die nichts mitgebracht haben, fühlten sich auch bei diesem Teil des Tages nicht angesprochen. Sie sind sofort nach der Zeugnisausgabe verschwunden. Nur die Freiwilligen und Abdul blieben im Raum.
"Abdul, möchtest du auch mithelfen?"
- "Nee. Ich wollt nur..."
"Ja?"
- "Darf ich Sie in Ferien bei Facebook schreiben?"
"Nein, in den Ferien nicht."
- "Wieso nicht?"
"Weil du und ich und alle F.E.R.I.E.N haben. Das bedeutet, wir beide haben keinen Kontakt. Weder telefonisch, noch live, noch online."
- "Scheißendreck."
"Was ist denn passiert? Was musst du denn unbedingt klären? Du kannst mich doch jetzt fragen!"
- "Nein, jetzt hab ich keine Zeit. Geschäfte und so, wissen Sie?"
"Hmmm ja, ich verstehe.. Trotzdem müssen wir dann bis nach den Ferien warten."
Abdul senkt seinen Kopf und sagt ganz leise: - "Ok..." Vielleicht schreibe ich ihn die Tage an und frage ihn, was er wollte... Oder auch nicht.

So waren sie, die beiden letzten Tage. So war es, das letzte Jahr. Und ich liebe meinen Job immer noch. Jetzt heißt es ausschlafen, nicht auf die Uhr gucken, sich zivilisiert und ruhig unterhalten, Urlaub machen und vor allem, nicht an Schule denken. Möge mein Vorhaben klappen. Schöne Ferien, wunderschönen Sommer und bis bald zu Besuch bei den Rappern dieser Stadt. Cheers!

Samstag, 16. Juni 2012

Willkommen im Leben


„Es gibt nur drei Methoden, um leben zu können: betteln, stehlen oder etwas leisten.“

Honoré von Mirabeau

Das zweiwöchige Praktikum ist jetzt vorbei. Zum Glück! War das eine anstrengende Zeit, Unterricht ist nichts dagegen! Das liegt eigentlich auch nah. Man lässt die Schüler ins Berufsleben, ohne dass sie sich etwas drunter vorstellen können. Azubi, Arbeit, Geld verdienen- das alles ist noch unglaublich weit entfernt und erscheint abstrakt. Pünktlich kommen, Regeln einhalten ordentlich und lange am Stück arbeiten und vor allem nicht nach dem Lustprinzip leben. Alles nicht so einfach. Schwierig wird es, wenn der Ausbilder zweimal lachen von Djamal als unglaublich störend empfindet und ich denke, dass zweimal lachen bei Djamal echt gut für seine Verhältnisse ist. Auch die Wirtschaft wird sich früher oder später auf die heutigen Schüler/Azubis einstellen müssen... Die Schüler waren ausgelaugt, ich hatte gerade in den letzten Wochen das Gefühl, nicht mehr zu können. Ich kann mich bloß nicht einfach so verdrücken, wie viele Abgeordnete gestern im Bundestag, als es um das Betreuungsgeld ging. Schade eigentlich.

Die Zeit war natürlich toll, die Kiddies haben unglaublich viel gelernt und haben jetzt hoffentlich wenigestens eine kleine Ahnung, wie sich das Leben in den Betrieben abspielt und wie sie sich als Azubi anstellen könnten. Max ist die gesamte letzte Woche nicht erschienen. Extrem starke Bauchkopfundallesandereschmerzen. Arbeiten geht gar nicht! Mandy hat nur gemeckert, wie langweilig sie die Arbeit findet. Dejan und Fatih wurden ja bereits am Anfang wegen nicht tragbarem Verhalten suspendiert. Alle anderen hatten eigentlich mehr oder weniger Spaß an der Sache, sind mehr oder weniger pünktlich erschienen und haben sich mehr oder weniger an die Regeln gehalten. Und es sind während der gesamten Zeit nur eine Türklinke und ein Stuhl kaputt gegangen. Gutes Ergebnis, würde ich sagen!

Insgesamt hat es sich jedoch gezeigt, dass die Kiddies in einer Seifenblase leben und absolut nicht auf das Leben da draußen vorbereitet sind. Und gerade für dieses Klientel ist es doch so wichtig, sich auch praktisch zu beteiligen und nicht nur Theorie zu pauken, mit der sie sowieso nichts anfangen können, viele berufsorientierte Maßnahmen und individuelle Förderung zu erhalten. Jedem Einzelnen muss man individuell aufzeigen, dass es sich lohnt, einen guten Abschluss zu machen, einen Ausbildungsplatz zu ergattern und auf dem ehrlichen Wege sein Geld zu verdienen. In den Familien klappt dies nur bedingt. (Das, was ich jetzt schreibe, bezieht sich natürlich nicht auf alle und kann somit nicht pauschalisiert werden.)

- Die Eltern sprechen kaum bis gar nicht Deutsch und bewegen sich fast ausschließlich in gleichsprachigen Kreisen- wie sollen dann die Kinder die Eingliederung in die Gesellschaft als notwendig empfinden?
- Die Jugendlichen wachsen teilweise in einem kriminellen Millieu auf und lernen schon in frühem Alter, dass dies der einzig mögliche Weg ist, ans Geld zu kommen.
- "Meine Eltern leben doch auch von Hartz IV und irgendwie klappt alles. Schule ist so unnötig..."
- Die Kinder und Jugendliche bekommen keine -so wichtigen- Streicheleinheiten zu Huase. Sie hören kein Lob, sondern kriegen nur auf den Kopf. Immer wieder. Weil die Eltern überfordert sind und sich nicht anders zu helfen wissen.
- Die Jugendlichen leben in zerütteten Familienverhältnissen, haben keine Bezugsperson und ein Haufen andere Probleme. Kiffen, saufen, ganz spät auf den Straßen rumlungern, mit falschen Freunde 'chillen'. Kaum einer bekommt dies alles mit. Sie haben keinen Kopf, um sich über die Schule Gedanken zu machen.
- Mädchen übernehmen oft ganz viele Hausarbeiten. Putzen, passen auf die kleineren Geschwister auf, kochen und machen vieles andere. Sie haben keine Zeit, um sich über die Schule Gedanken zu machen.

Immer öfter muss die Schule nicht nur die Bildungsschiene fahren, sondern auch Erziehungsaufgaben übernehmen. Nur, wie sollen wir es schaffen, wenn
- jeder Lehrer sich alleine um 26 und mehr Schüler kümmern muss?
- jeder dieser Schüler so viele Probleme hat, dass man neben dem Unterrichten und anderen organisatorischen bzw. bürokratischen Dingen nicht hinterher kommt?
- Schulämter absolut keine Hilfe und Jugendämter hoffnungslos überlastet sind?
- immer noch keine Rahmenlehrpläne für die neue -seit schon 2 Jahren existierende Sekundarschule- entwickelt wurden und wir den viel zu vollgestopften alten Lehrplan abarbeiten müssen?
- ein Sozialarbeiter sich um alle Schüler kümmern muss?
- keine Sozialpädagogen in der Schule vorhanden sind?
- Geld für alles mögliche - Schulbücher zum Beispiel- nicht nur beantragt, sondern auch seitenlang begründet werden muss? Und das ist immer noch keine Garantie, dass die Schulen das Geld bekommen. Vor drei Wochen stand die Haushaltslage für das nächste Schuljahr (ja genau, das Schuljahr, das in ca. 7 Wochen beginnt) noch nicht fest.
- das pädagogische Personal seit der Einführung der Sekundarschule beteuert, dass diese Schulform nicht funktionieren kann und schon gar nicht, wenn man kein Geld reinsteckt und die Reformschule trotzdem gnadenlos durchgeführt wird??

>> Liebe Bundestagsabgeordnete, bedenken Sie doch dies alles bitte bei Ihrer nächsten Debatte (wenn denn alle erscheinen) und geben Sie doch bitte lieber das Geld den Kitas, Kindergärten und Schulen, statt wieder so etwas unnötiges, wie das Betreuungsgeld zu planen. Um im Leben rechtzeitig anzukommen, müssen die Kinder bereits früh gefördert und sozialisiert werden. Gerade für die Kinder mit Migrationshintergund ist dies unabdingbar, um Deutschkenntnisse zu erlangen und für die Schüler aus sozial schwachen Familien, um auch außerhalb der Familie Kontakte mit anderen Kindern zu knüpfen und sich so schneller zu entwickeln! Mit den Folgen dieser nicht vorhandenen Sozialisierung kämpfen dann die Lehrer später in den Schulen. Durch das Geld wird die Fürsorge und Liebe für Kinder in den Familen nicht stärker oder schwächer und wer garantiert, dass das Geld tatsächlich für die Kinder ausgegeben wird?
Wo werden Sie kürzen, um das Betreuungsgeld zahlen zu können? Lassen Sie mich raten, am Bildungssystem???